13.06.2026

Hans W. Scheibner: Wimmelndes Künstlerleben

Hans W. Scheibner steht in seinem Atelier. Er spricht mit einer Frau. Rund um sie hängen und stehen viele Gemälde.
Hans W. Scheibner und die Kunstkommission in seinem Atelier zwischen Großformaten und Marionetten, zwischen Malerei und Theater.

Gesichter, überall Gesichter. Gemalt, gezeichnet, gestapelt. Das Atelier von Hans W. Scheibner in Maßlow zeigt ein ganzes Leben. Die Kunstkommission von MV kaufte jetzt Arbeiten des 82-Jährigen für die Landeskunstsammlung.

Ein Gemälde zeigt ein Gesicht einer Frau. Auf dem Gemälde steht ein Gedicht. Daneben hängt ein Gemälde von einem Kind.
Gesicht an Gesicht an der Atelierwand: ein Kinderporträt in Rot und Türkis, daneben ein kleines Bildnis, über das Scheibner ein Gedicht geschrieben hat: „Im Feld Sommermond", datiert 2010. Seine Handschrift in Wort und Malerei.
An einem Haken hängen alte Boxhandschuhe. Dahinter hängt ein Gemälde. Das Gemälde zeigt einen Mann mit einem Kind.
Die alten Lederhandschuhe erzählen aus Scheibners Leben. Er hat geboxt und liebt den Sport bis heute. Das kehrt in seinen Bildern wieder.

Erst Theater, dann wieder Farbe

Hans W. Scheibner holt Bild um Bild aus den Regalen, hält sie ins Licht, erzählt. „Ich bin ein politischer Maler", sagt er. Dieser Satz hängt über allem.

In dem Raum, in dem er heute wohnt und malt, spielte er früher Theater. Bis zu 80 Leute hätten hier gesessen, erzählt Scheibner. Über viele Jahre habe er Theater gemacht und in dieser Zeit kein einziges Bild gemalt. Zum Puppentheater sei er durch Zufall gekommen über ein Wandbild in Wismar. Die Puppenspielergruppe suchte einen Nachfolger, Scheibner übernahm. Er erinnert sich an ein Stück, das in der DDR verboten gewesen sei, und an eines, das er schon zu DDR-Zeiten international gespielt habe. „Das war ein Glücksgefühl", sagt er. „Das könnt ihr euch nicht vorstellen."

Die Marionetten von damals hängen noch immer von der Decke. Sie teilen sich den Platz mit Gemälden, Skulpturen, Büchern, Fundstücken.

Boxen, Pferde, Gesichter

Scheibner hat früher geboxt. Er liebt das Boxen bis heute. Die alten Lederhandschuhe an der Wand gehören zu ihm. Das Körperliche, das Kämpferische, kehrt in seinen Bildern wieder.

Früher saß er viel im Sattel. Sein altes Islandpferd steht heute bei der Tochter nebenan, zusammen mit ihrem. Die Nähe zu den Tieren, zur Bewegung, zum Land auch das ist Teil seines Maßlow.

Vor allem aber malt Scheibner Menschen. Gesichter sind sein Lebensthema, einzeln und in großen Gruppen, manche von der Fotografie abgenommen, manche aus dem Kopf. Die meisten saßen bei ihm, erzählten mit ihm über das Leben und die Liebe. Mehrere dieser Arbeiten gehören nun zur Kunstsammlung des Landes. 

Viele Gemälde stehen nebeneinander. Die Gemälde lehnen an einer Wand. Das sind Werke von Hans W. Scheibner.
Unter der Dachschräge stapeln sich die Großformate. Bild an Bild, Jahrzehnt an Jahrzehnt. Das Lebenswerk braucht längst mehr Platz, als der Raum hergibt.
Das Foto zeigt 2 Marionetten. Marionetten sind Puppen an Fäden. Die Puppen hat Hans W. Scheibner selbst gemacht.
Seine Marionetten sind von Hand gebaut und vom Spielen gezeichnet. Über Jahre hat Scheibner Puppentheater gemacht und in dieser Zeit, kein einziges Bild gemalt.
Eine Frau schaut sich ein Gemälde an. Das Gemälde zeigt viele Gesichter. Das Gemälde hat Hans W. Scheibner gemalt.
„Ich bin ein politischer Maler", sagt Scheibner. Viele prominente Persönlichkeiten saßen in seinem Atelier, erzählten mit ihm über ihre Leben und über seins.
Hans W. Scheibner zeigt ein Gemälde. Er erklärt das Bild 2 Frauen. Die Frauen hören ihm zu.
Im Gespräch über einen Doppelakt vor bewegter See. Scheibner kann zu jeder seiner Arbeiten Geschichten erzählen über Menschen, Biografien und Begegnungen.
Hans W. Scheibner hält 2 Gemälde in der Hand. Die Gemälde zeigen Gesichter von Menschen. Er zeigt sie einer Frau.
Der Künstler zeigt seine aktuellen Porträts aus dem Jahr 2025. Mit 82 Jahren malt Scheibner weiter Kopf um Kopf.
Das Foto zeigt eine weiße Skulptur. Die Skulptur trägt einen schwarzen Hut. Hans W. Scheibner hat die Skulptur gemacht. Eine Skulptur ist eine Figur aus Stein oder Ton.
Ein Gipshase mit einem echten Zylinder steht als Theaterrequisit oder Skulptur im Atelier von Hans W. Scheibner. Die Grenzen sind fließend.
Im Atelier steht ein großes blaues Holzpferd. Daneben hängen Marionetten. Marionetten sind Puppen an Fäden. Dahinter hängen viele bunte Gemälde.
„Der Ehrgeiz, ein Theater zu besitzen, ist der Ehrgeiz, eine Stadt zu sein", steht auf einem Spruchband in seinem Atelier. Sätze wie Wegmarken seines Lebens.
Das Atelier von Hans W. Scheibner ist groß. Es hängen sehr viele Gemälde im Raum. Auch Marionetten hängen von der Decke.
Großformatige Akte neben einer Wand voller Marionetten. Der Körper und die Puppe, das Fleischliche und das Gespielte hängen bei Scheibner selbstverständlich nebeneinander.

Atelierbesuche von 2017 bis heute

Blätter mit gezeichneten Gesichtern liegen übereinander auf einem Tisch.

Die Kunstsammlung des Landes wächst stetig. Seit 1994 kauft MV Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern des Landes für die Nachwelt auf. Eine Kommission aus Experten aller Genres wählt Kunstschaffende aus und besucht sie in ihren Ateliers. Überblick über die Kunstschaffenden...