Annette Czernys Kunst über Menschlichkeit
Objekte mit Geschichte
Die Installation „Die unbewohnbare Hoffnung" aus dem Jahr 2023 lässt Wiegenlieder in elf Sprachen erklingen. Sie erzählt von einem Ort, an dem Kindern einst Schutz und Fürsorge verwehrt blieben. Annette Czerny arbeitete zuerst als klassische Bildhauerin. Davon führte ihr Weg sie allerdings rasch weg hin zur Installation.
2010 war sie für mehrere Monate Gastkünstlerin im Kulturforum Schleswig-Holstein-Haus in Rostock. Dort entstanden erste Arbeiten aus gesammelten Scherben, Styroporkugeln und Stoffresten. Aus solchen Fundstücke baut sie seither ihre Arbeiten. Parallel begann sie, Klänge zu sammeln: Straßenmusik, Karnevalslärm, später Wiegenlieder aus aller Welt.
„Ich nehme den gefundenen Dingen ihre ursprüngliche Bedeutung und gebe ihnen eine neue", sagt Annette Czerny über ihre Arbeitsweise. Die Deutung überlässt sie bewusst dem Publikum. Wiederkehrendes Gestaltungsmittel ist dabei die Transparenz in Glas, Cellophan und lichtdurchlässigen Bildträgern. Sie erlauben den Durchblick, ohne je ganz durchzusehen.
Zwischen Atelier und Kirchenraum
Annette Czerny arbeitet nicht nur in ihrer eigenen Werkstatt, sondern auch als Kuratorin. Für den Schönberger Musiksommer organisiert sie seit mehreren Jahren die Kunstausstellungen in der St.-Laurentius-Kirche in Schönberg. Als Konzeptentwicklerin, Kuratorin und Projektleiterin verantwortet sie außerdem die Reihe „OrtsZeit", die geschichtsträchtige Orte mit zeitgenössischer Kunst befragt. Ihr jüngsten Projekte dazu waren „Statusmeldung" aus dem Jahr 2024, „ich sehe was" aus 2025) und „Leuchtende Schatten" aus 2026.




Atelierbesuche von 2017 bis heute
Die Kunstsammlung des Landes wächst stetig. Seit 1994 kauft MV Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern des Landes für die Nachwelt auf. Eine Kommission aus Experten aller Genres wählt Kunstschaffende aus und besucht sie in ihren Ateliers. Überblick über die Kunstschaffenden...

