26.07.2026

Annette Czernys Kunst über Menschlichkeit

Zwei Frauen in einem Raum mit Kunstwerken.
Annette Czernys Kunst schlägt eine Brücke aus der Vergangenheit in die Gegenwart.

Die Kunst von Annette Czerny. Die Bildhauerin verwebt Glas, Metall, Holz und Klänge zu Installationen. Ihre Arbeit gehört jetzt zur Kunstsammlung des Landes.

Objekte mit Geschichte

Die Installation „Die unbewohnbare Hoffnung" aus dem Jahr 2023 lässt Wiegenlieder in elf Sprachen erklingen. Sie erzählt von einem Ort, an dem Kindern einst Schutz und Fürsorge verwehrt blieben. Annette Czerny arbeitete zuerst als klassische Bildhauerin. Davon führte ihr Weg sie allerdings rasch weg hin zur Installation. 

2010 war sie für mehrere Monate Gastkünstlerin im Kulturforum Schleswig-Holstein-Haus in Rostock. Dort entstanden erste Arbeiten aus gesammelten Scherben, Styroporkugeln und Stoffresten. Aus solchen Fundstücke baut sie seither ihre Arbeiten. Parallel begann sie, Klänge zu sammeln: Straßenmusik, Karnevalslärm, später Wiegenlieder aus aller Welt.

„Ich nehme den gefundenen Dingen ihre ursprüngliche Bedeutung und gebe ihnen eine neue", sagt Annette Czerny über ihre Arbeitsweise. Die Deutung überlässt sie bewusst dem Publikum. Wiederkehrendes Gestaltungsmittel ist dabei die Transparenz in Glas, Cellophan und lichtdurchlässigen Bildträgern. Sie erlauben den Durchblick, ohne je ganz durchzusehen.

Zwischen Atelier und Kirchenraum

Annette Czerny arbeitet nicht nur in ihrer eigenen Werkstatt, sondern auch als Kuratorin. Für den Schönberger Musiksommer organisiert sie seit mehreren Jahren die Kunstausstellungen in der St.-Laurentius-Kirche in Schönberg. Als Konzeptentwicklerin, Kuratorin und Projektleiterin verantwortet sie außerdem die Reihe „OrtsZeit", die geschichtsträchtige Orte mit zeitgenössischer Kunst befragt. Ihr jüngsten Projekte dazu waren „Statusmeldung" aus dem Jahr 2024, „ich sehe was" aus 2025) und „Leuchtende Schatten" aus 2026.

Eine Frau betrachtet ein Kunstwerk.
Auf den Spuren ihrer eigenen Vorfahren schuf Annette Czerny eine Installation aus Holz und Fotos. Übereinander geschoben zeigen sie symbolisch das Erbe mehrerer Generationen.
Zwei Frauen stehen zwischen Skulpturen.
Der Umgang mit Menschen in der Vergangenheit bildet den Kern der Installationen von Annette Czerny.
Frauen stehen zwischen Kunstwerken.
Schläuche und Äste wie ein Nervensystem miteinander verbunden. Das Menschliche und das Unmenschliche, Fürsorge und Gewalt – es sind diese Gegensätze die in ihren Werken die Spannungen bilden.
Ein Haus mit großen Toren.
Werke von Annette Czerny sind unter anderem in der Kunsthalle Klützer Winkel zu sehen, die gemeinsam mit der Sammlung Konzack in einem ehemaligen Stallgebäude untergebracht ist.

Atelierbesuche von 2017 bis heute

Blätter mit gezeichneten Gesichtern liegen übereinander auf einem Tisch.

Die Kunstsammlung des Landes wächst stetig. Seit 1994 kauft MV Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern des Landes für die Nachwelt auf. Eine Kommission aus Experten aller Genres wählt Kunstschaffende aus und besucht sie in ihren Ateliers. Überblick über die Kunstschaffenden...