Hereinspaziert ins Denkmal





Kennen Sie das Stellwerk B2 in Teterow? Die Wasserburg Divitz? Die Radrennbahn Rostock? Wenn nicht, bietet sich am 13. September Gelegenheit zum Besuch. Beim bundesweiten Tag des offenen Denkmals. In MV machen mehr als 280 Denkmäler mit.
Im Fokus stehen diesmal Orte, an denen Menschen Verbindungen schaffen, Versorgung organisieren und Infrastruktur leben. Dreh- und Angelpunkt der Angebote ist das Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Klinkt abstrakt? Die Idee dahinter ist: Die Gesellschaft ist vernetzt. Familiär. Im Freundeskreis. In Vereinen. Beruflich. Solche Verbindungen gibt es schon seit Jahrhunderten. Menschen sind unterwegs, tauschen Waren und Wissen aus und unterstützen sich gegenseitig. Damit diese Netzwerke funktionieren, braucht es Infrastruktur. Zum Beispiel: Wege, Brücken, Gebäude, Leitungen. In diesem Jahr stehen deshalb Bauwerke im Mittelpunkt, die uns auf verschiedene Weise vernetzen oder vernetzt haben. Denkmäler wie Bahnhöfe, Stellwerke oder Schleusen, zum Beispiel, als Symbol für die Bewegung in Netzwerken. Oder Industriebetriebe, Wasserwerke, Lagerhäuser als Zeugnis für Versorgung.
Dabei öffnen auch viele historische Bauten ihre Türen, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind. Das Angebot umfasst vor allem Führungen, Vorträge und Gespräche, manchmal auch Mitmachaktionen.
Bundesweit machen rund 6.500 Denkmäler mit. In MV sind sind es mehr als 280. Zum Beispiel: Bahnhöfe, Guts- und Herrenhäuser, Kirchen, Wasserwerke, Mühlen und Speicher. Eine Übersicht über teilnehmende Orte und Gebäude gibt es unter www.tag-des-offenen-denkmals.de. Die Veranstaltungen lassen sich unter anderem nach Orten, Interessen, Barrierefreiheit oder Aktivitäten für Kinder filtern. In der App zum Denkmaltag können darüber hinaus auch personalisierte Routen geplant werden.
Zwischen Kulturerlebnis und Denkmalerhalt
Der Tag des offenen Denkmals findet immer am 2. Sonntag im September statt. Seinen Ausgangspunkt hat er in Frankreich. Dort ruft der damalige Kulturminister Jack Lang 1984 die „Journées Portes ouvertes dans les monuments historiques” (Tage der offenen Tür in historischen Denkmälern“) ins Leben. Die Resonanz in der Bevölkerung ist groß und weckt internationales Interesse. Andere Länder folgen dem Beispiel Frankreichs. 1991 greift der Europarat die Idee auf und ruft offiziell die European Heritage Days aus.
Deutschland macht seit 1993 beim „Tag des offenen Denkmals” mit. Er wird bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert und vor Ort von privaten Denkmaleigentümern, haupt- und ehrenamtlichen Denkmalpflegern sowie Vereinen mit Leben gefüllt. Leitidee hinter dem Aktionstag ist, Denkmalschutz live zu erleben und stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. „Der Tag des offenen Denkmals macht Jahr für Jahr sichtbar, wie viel Engagement, Fachwissen und Leidenschaft hinter dem Erhalt unserer Bau- und Kulturdenkmale stehen. Er beweist eindrucksvoll, dass Denkmalschutz kein Nischenthema ist, sondern Menschen in ganz Deutschland begeistert und zusammenbringt“, Steffen Skudelny vom Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD).
