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Die Seenot-Rettungsstation in Binz wurde 1981 errichtet, steht unter Denkmalschutz und ist heute ein beliebter Ort für Trauungen. Foto: Lettkemann - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0/wikipedia
01.06.2022

Auf den Spuren von Ulrich Müther

Ulrich Müther wurde 1934 in Binz geboren und starb dort 2007. Der Bauingenieur gilt als bedeutender Vertreter der Moderne. Das Markenzeichen seiner Bauten: die Hyparschale. Foto: Wdechau - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0/wikipedia
Der „Teepott“ in Warnemünde zählt zu Müthers bekanntesten Werken.

Der Teepott in Warnemünde. Die ehemalige Seenot-Rettungsstation in Binz. Das Strandrestaurant Ostseeperle in Glowe – drei Beispiele, die die Handschrift von Ulrich Müther tragen und bis heute das Bild der Ostseeküste prägen. Nun hat der Nachlass des Bauingenieurs an der Hochschule Wismar ein neues Zuhause gefunden. 

Das Archiv umfasst 156 laufende Meter Schriftgut, unter anderem Bauakten, persönliche Dokumente, Manuskripte, Bücher, fast 10.000 Zeichnungen, mehr als 5.000 Fotografien, 32 Modelle sowie technische Geräte und Mobiliar. Am Mittwoch wurde der neue Standort im Haus 7a eröffnet. Damit steht der Nachlass des 2007 gestorbenen Ingenieurs nun der wissenschaftlichen Aufarbeitung und der Öffentlichkeit zur Verfügung. 

„Das Werk Müthers hat eine ganze Region geprägt“, unterstrich Wissenschaftsstaatssekretärin Susanne Bowen zur Eröffnung. Seine Bauten seien Teil der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. „Das Müther-Archiv soll zukünftig auch die Möglichkeit bieten, das Thema Sonderbauten der DDR-Moderne zu erforschen, ihre Einordnung in die Geschichte der DDR und ihre Denkmalfähigkeit zu untersuchen.“ Damit werde der Hochschulstandort Wismar als wissenschaftliches Zentrum für Architektur und Bauingenieurwesen in MV weiter gestärkt.

Mecklenburg-Vorpommern hat der Hochschule Wismar für die wissenschaftliche Aufbereitung des Nachlasses Mittel in Höhe von 250.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die erforderlichen Umbauten im Haus 7a der Hochschule kosteten rund 270.000 Euro und wurden aus Landesmitteln des Hochschulbaukorridors 2012-2020 finanziert.

Das Archiv wird bereits seit 2006 von der Hochschule Wismar betreut und von Architekturprofessor Matthias Ludwig geleitet. Teile des Archivs wurden in einem hochschulinternen Förderprojekt digitalisiert. Die Datenbank ist frei zugänglich über die Homepage der Hochschule