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„MV liest“ in der Hörspielscheune Cramon

Alina Herbing

Eine Lese- und Podcastreihe in der Hörspiel- und Begegnungsscheune Cramon beschäftigt sich mit dem Thema Herkunft. Zum Auftakt am 18. September um 18 Uhr liest Alina Herbing aus ihrem Buch „Niemand ist bei den Kälbern“. 

Worum geht's in der Geschichte? In einer Gemeinde in Nordwestmecklenburg ist Christin gerade auf den Bauernhof ihres langjährigen Freundes Jan gezogen. Die Aufbruchstimmung der Nachwendejahre, die ihre Kindheit prägte, ist längst dahin, doch für Jan ist der väterliche Betrieb trotz sinkender Milchpreise noch immer das Wichtigste im Leben. Christin hingegen will nur weg. Sie träumt von der Großstadt und einem Job im Büro. Aber wo soll sie hin ohne Ausbildung? Es bleiben die immer gleichen Dorffeste, die immer gleichen Freunde, der arbeitslose Vater und der Kirschlikör aus dem Konsum. Als Windkrafttechniker Klaus aus Hamburg auftaucht, sieht Christin einen Ausweg aus ihrem bisherigen Leben.

Alina Herbing, die selbst in Mecklenburg aufgewachsen ist, zeichnet eine unromantische Milieustudie über das Landleben und eine gescheiterte Wende-Generation. „Niemand ist bei den Kälbern“ ist ein Roman über Grenzen und Grenzüberschreitungen, über Landflucht und prekäre Umfelder, über das Leben zwischen Ost und West, gestern und heute, Existenzangst und die Sehnsucht nach Freiheit.

„In Werken neuerer deutscher Literatur wählen Autorinnen und Autoren immer wieder Mecklenburg-Vorpommern als Ort ihrer Handlungen. In drei Lese- und Gesprächsabenden wollen wir den Inhalten drei solcher Bücher gemeinsam mit den Autorinnen und dem Publikum auf die Spur gehen und miteinander ins Gespräch kommen“, sagt Journalistin Manuela Heberer, die das Projekt initiiert hat.

Die Veranstaltungsreihe wird gefördert im Rahmen von „Und seitab liegt die Stadt“, ein Projekt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Literarischen Colloquiums Berlin, welches literaturbezogene Kulturveranstaltungen im ländlichen Raum unterstützt.

Eine Besonderheit bei der Umsetzung in Cramon ist die Produktion eines Podcasts während der Veranstaltungen. Der Förderverein Kirche und Pfarrhofensemble Cramon e. V. hat sich intensiv dafür eingesetzt, dass die Bestimmung der ehemaligen Pfarrscheune insbesondere auch als Hörspielscheune lebendig wird. So ist die Kooperation mit Manuela Heberer entstanden, die damit die Podcast- und Lesereihe „MV liest“ ins Leben ruft, welche auch dank finanzieller Unterstützung des Landkreises Nordwestmecklenburg möglich wird.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „MV liest“ finden am 16. Oktober mit der Autorin Barbara Handke zu ihrem Buch „Wo ist Norden“ sowie am 20. November mit Anke Ortlieb zu ihrem plattdeutschen Kinderbuch „Mäh! Maa! Möh! Versteihst?“ statt. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18 Uhr in der Hörspiel- und Begegnungsscheune Cramon. Der Eintritt kostet 3 Euro.