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Willkommen im Sternentheater!

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es viele Sterngucker. Auch die Schwerinerin Sabine Hanowell gehört zu jenen, die in diesen Tagen ihr Teleskop aufstellen.

Planetarien und Sternwarten des Landes laden in der kalten Jahreszeit zu spannenden Vorträgen und Beobachtungen ein. Willkommen im Sternentheater!

Die finstere Seite der kalten Jahreszeit kennen wir nur zu gut. Bereits morgens auf dem Weg zur Arbeit begleitet uns die Dunkelheit und zum Feierabend lauert sie schon an der Bürotür auf uns. Das Zuhause als winterfesten Rückzugsort mit reichlich Kerzenschein zu gestalten, hilft gegen die Umnachtung. Die Stimmung heben kann aber durchaus auch ein Blick in den Himmel. Denn dort präsentiert sich ein von Sternen gespickter Himmel, so die Nächte klar sind. Kein Wunder, dass Herbst und Winter die Freunde der Hobbyastronomen sind.

Fuhrmann trifft Zwilling

Doch haben erfahrene Sternengucker dieses Naturerlebnis nicht für sich allein gepachtet. Jeder kann sich auf eine Reise in den Weltraum begeben. Die Sternwarten und Planetarien in Mecklenburg-Vorpommern helfen dabei, den eigenen Horizont zu erweitern. Plötzlich lässt sich dann nicht mehr nur der Große Wagen erkennen, sondern auch die Zwillinge, der Stier, Fuhrmann oder Großer Hund - eben die typischen Wintersternbilder.

Eine besondere Diva unter den Sternwarten im Norden ist die Einrichtung in Greifswald. Sie ist die größte in M-V und steuert gemütlich auf ihr 100-jähriges Jubiläum zu. Wer sie sucht, findet sie auf dem Campus der Universität. Das Herzstück der Sternwarte befindet sich in einer Kuppel auf dem Dach des historischen Physikalischen Institutes. Es handelt sich um das weltweit einmalige Carl-Zeiss-Doppelteleskop. Ein „Muss“ für Astrofreunde sind die öffentlichen Veranstaltungen und Vorträge, die zeitig auf der Website www.sternwarte-greifswald.de angekündigt werden.

Alt, älter, Remplin

Zwar ist die Greifswalder Sternwarte die größte, gemessen am Alter läuft ihr aber die Sternwarte in Remplin (bei Malchin) locker den Rang ab. Sie wurde bereits 1793 von Friedrich II. von Hahn errichtet und bis 1805 als Observatorium genutzt. Heute genießt sie den Ruf als älteste erhaltene Sternwarte in MV. Nach jahrelanger Restaurierung durch einen umtriebigen Förderverein öffnete sie erstmals wieder im Sommer 2018 ihre Tore. Wer einen Blick hineinwerfen will, muss sich etwas gedulden. Einmal im Monat öffnet die Rempliner Sternwarte an einem Wochenende ihre Türen. Alle Termine werden vorab auf der Homepage www.sternwarte-remplin-ev.de angekündigt.

Aufs „Dach steigen“ lässt sich auch der Sternwarte in Rostock. Wer es schafft, sich am Abend noch aufzuraffen, kann donnerstags um 22.45 Uhr bei der wöchentlichen Fernrohrbeobachtung dabei sein. Beliebt sind die regelmäßig stattfindenden Planetariumsvorträge (www.sternwarte-rostock.de).

In Schwerin klettern bei klarem Wetter jeden Freitag um 19 Uhr mehr oder weniger erfahrene Himmelsbeobachter und Frischlinge gemeinsam auf den Kopf der mehr als fünfzig Jahre alten Sternwarte. Alsbald öffnet sich das runde Dach und gibt ein großes Fernrohr frei. Perfekt, um Himmelskörper zu beobachten. Bei schlechtem Wetter ist das Planetarium die bessere Alternative. Geöffnet hat es jeden Mittwoch und Sonntag um 14.30 Uhr, in den Schulferien zusätzlich Dienstag und Donnerstag um 11 Uhr. (www.schwerin.de/kultur-tourismus/kunst-kultur/bildende-kunst-museen/sternwarte-planetarium).

Sternstunden im Park

Wer ein eigenes Teleskop besitzt, kann auch alleine, dick eingemümmelt, im Garten oder auf dem Balkon, einen Blick auf die Sterne werfen. Ist es im Heimatort zu hell, gibt es Alternativen. Mecklenburg-Vorpommern besitzt so manche menschenarme Gegend, in denen sich Dunkelheit vom Feinsten breit macht. Dazu gehören Gebiete der mecklenburgischen Seenplatte, etwa bei Plau am See und Waren (Müritz).

Der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide möchte der nächste zertifizierte Sternenpark in Deutschland werden. Doch Geduld ist gefragt. Die Kriterien sind hoch. Zu viel Lichtverschmutzung, also von Menschen erzeugte Beleuchtungen, sind tabu. Bisher hat die Dark Sky Association vier Regionen das Zertifikat Sternenpark zugestanden - dem Naturpark Westhavelland (Brandenburg), dem Nationalpark Eifel (Nordrhein-Westfalen), dem Biosphärenreservat Rhön (Thüringen/Hessen/Bayern) und der Die Winklmoosalm (Bayern).

Beliebt ist bei Hobbyastronomen neben der Nossentiner Heide aber auch das ParkLand zwischen Tessin, Laage, Teterow und Gnoien. Hier hat sich der Verein „ParkLand Sterne“ gegründet, der ein ähnliches Ziel verfolgt und sich mit sprühendem Eifer als Oase für Astrotouristen präsentiert.

Text und Foto: Anja Bölck