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Ein gutes Museum...

...ist lebendig am Puls der Zeit, macht Spaß, ist gut vernetzt, pflegt seine Sammlung und forscht. Viele Ansprüche und unterschiedliche Vorstellungen trafen mit rund 60 Teilnehmern bei der Herbsttagung des Museumsverbandes MV in Malchow aufeinander. Ziele des Treffens: Standards und Wege zur optimalen Förderung der Museumslandschaft im Nordosten zu finden.

Eine 800-jährige Tradition, ein immaterielle Weltkulturerbe, vier Museen - das in die Müritz-Region eingebettete Städtchen Malchow bot die perfekte Kulisse, um über die Zukunft der Museumslandschaft Mecklenburg-Vorpommerns zu referieren und zu diskutieren.

Eine Landschaft im Nordosten Deutschlands, in der sich die Anzahl der Museen seit den 90er-Jahren mehr als verdoppelt hat. Daraus erwächst auch doppelte Verantwortung, um keine der mehr als 200 Einrichtungen zur Stiefschwester heranzuziehen. 

Um nun zu lernen, wie gute Museumsförderung auf ganz unterschiedliche Weise gehen kann, schauen die Verbandsmitglieder zunächst über die Landesgrenzen hinaus - nach Niedersachsen und Brandenburg.

Gütesiegel oder Entwicklungshilfe 

Der Museumsverband von Niedersachsen und Bremen hat 2006 ein Gütesiegel eingeführt, für das er Leitsätze erarbeitet und Standards für Museen entwickelt hatte. Knapp 200 von mehr als 700 Museen des Landes bewarben sich seitdem, 117 Einrichtungen tragen inzwischen eine solche Plakette.

„Unser Ziel ist es damit nicht, gute und schlechte Museen zu unterscheiden, sondern die Einrichtungen bei ihrem Prozess zu Qualitätsstandards zu begleiten und zu unterstützen", erklärt Geschäftsführer Dr. Hans Lochmann, der seit mehr als 30 Jahren im dortigen Museumsverband arbeitet.

„Wir bewerten dabei auch nicht den Inhalt des Museums für den Besucher, sondern dessen strukturelle Qualität." Standards, die früher in trockenen Handbüchern gestanden hätten, hat der Museumsverband dafür „aus seiner Community heraus" neu definiert. Standards für Themen wie Leitbild, Qualifikationen, Sammlung, Bewahrung und Forschung.

Museumslandschaft als Ganzes

Gütesiegel dieser Art lehnt der Brandenburgische Museumsverband dagegen ab. „Wir leisten eher Entwicklungshilfe", erklärt die Geschäftsführerin des Schwesternverbandes, Dr. Susanne Köstering. „In den 90er-Jahren erlebten wir eine Art Vulkanausbruch, bei dem sich die Anzahl der Museen in Brandenburg fast vervierfacht hatte. Unsere Museenlandschaft war alles andere als stabil und verfestigt sich jetzt erst langsam."

Außerdem sei Berlin ein sehr starkes Kraftfeld, so die Expertin weiter. Der Museumsverband versuche, die Kulturlandschaft als Ganzes zu betrachten, stelle regelmäßig statistische Erhebungen auf und sehe Qualitätsbemühungen bei Museen vor allem als Prozess an, der Unterstützung bräuchte.

„Ein heißes Thema"

Das Fazit der Betrachtungen: Ein Museumsverband eines alten Bundeslandes. Ein Schwesternverband eines neuen. Zwei unterschiedliche Kulturlandschaften und völlig verschiedene Herangehensweisen. Und welches Modell passt nun zu MV? Oder soll es doch ein ganz anderes sein?

„Wir befassen uns in den kommenden Monaten mit einem sehr heißen Thema", fasste Dr. Kathrin Möller, Vorsitzende des hiesigen Museumsverbandes, zusammen. Bis zur Frühjahrestagung des Museumsverbandes könnten erste Ergebnisse vorliegen. „Die Frage ist: Wie machen wir das? Den Prozess haben wir jetzt angestoßen."