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Rita Schubert, Wippe, 1984
24.06.2020

Ihre Fotos sind gefragt

Auch Motive wie diese sind für die Forscher interessant: Wilhelm Köpke, Gabentisch zum 70. Geburtstag, 1987
Auch dieses Bild ist schon Teil des Projekts: Willi Pegert, Detail aus Albumseite "Schnappschüsse Ehst Herbst '89"
Karussel, 1984.
Detail aus Albumseite "KindundKatze", Juli1985
Zwei Männer fotografieren, 1990er-Jahre

Keine künstlerischen. Sondern die ganz privaten. Von Jugendweihen und Ostseereisen, Republikgeburtstagen oder dem neuen Auto. Aus der Zeit von 1980 bis 2000. Sie möchten Ihre Alben öffnen? Dann können Sie Teil eines Forschungsprojektes werden.

Worum geht es?

Jugendweihen und Ostseereisen, Demonstrationen und Kleingärten, Republikgeburtstage und Weihnachtsfeste, das neue Auto und der letzte Arbeitstag – in privaten Fotoalben spiegeln sich die Erfahrungen und Lebenswelten in Ostdeutschland aus ganz alltäglicher Sicht. Ob Hochzeitsreisen, der erste Schultag, das Fest im Garten, der Besuch aus dem Westen oder der aus dem Osten – kein Bild ist uninteressant.

Das Forschungs- und Dokumentationsprojekt „Biografie und Geschichte. Private Fotografie in Ostdeutschland 1980–2000“ sammelt und untersucht Fotoalben und Bilder aus den Jahren zwischen 1980 und 2000, die die Brüche, aber auch die Kontinuitäten auf persönlicher, biografischer und familiärer Ebene vor und nach dem Mauerfall 1989 /90 zeigen.

In dem von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderten Projekt wird einerseits untersucht, wie sich die zeit- und alltagsgeschichtlichen Aspekte in der privaten Fotografie niederschlagen. Zum anderen ist auch die private Fotografie selbst als soziale Praxis Gegenstand der Forschung: Wer hat wann und wen und was fotografiert? Wie wurden die Bilder vervielfältigt und aufbewahrt? Wer hat sich die Bilder anschauen können, und wie wurden sie verteilt? Und veränderten sich die Erzählungen über diese Bilder mit den Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen?

Wie finden die Fotos und die Forschung zueinander?

Den Kern des Projektes bilden Albengespräche. Diese finden in verschiedenen Städten statt. In MV sind zwei Termine geplant:

Wichtig: Wer bei den Albengesprächen dabei sein möchte, muss sich dafür anmelden. Unter 0151/10409096 oder privatefotografie@remove-this.stiftung-reinbeckhallen.de.  Es handelt sich dabei um nicht-öffentliche Treffen, die einzeln, nacheinander und ohne Kontakt mit anderen Albenbesitzern stattfinden

Was geschieht bei den Albengesprächen?

Sie schauen sich die Fotos zusammen mit den Mitarbeitern des Projekts an und erzählen die Geschichten dazu. Diese Gespräche werden aufgezeichnet, die Videos dann mit den digitalisierten Alben in der Sammlung des Deutschen Historischen Museums (DHM) in Berlin archiviert.

Wer steht hinter dem Forschungsprojekt?

Das Projekt wurde von Fotohistoriker Dr. Friedrich Tietjen und Kulturhistorikerin Sophie Schulz initiiert, wird von der Stiftung Reinbeckhallen Sammlung für Gegenwartskunst getragen und mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert. Das Deutsche Historische Museum ist Projektpartner. Weitere Informationen unter: www.stiftung-reinbeckhallen.de/privatefotografie/