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Gesucht: Lebendige Traditionen aus MV

Bis 30. November 2021 können lebendige kulturelle Traditionen für die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen werden.

Zum Immateriellen Kulturerbe gehört überliefertes Wissen und Können aus den Bereichen Tanz, Theater oder Musik ebenso wie mündliche Überlieferungen, Naturwissen, Handwerkstechniken und Feste. 126 Kulturformen sind aktuell im Bundesweiten Verzeichnis eingetragen, darunter Orgelbau und Orgelmusik, der Poetry Slam, die Idee und Praxis der Kunstvereine - und neuerdings auch das Sagenerzählen in MV.

Seit 2014 sind zvor bereits zehn aus Mecklenburg-Vorpommern vorgeschlagene kulturelle Traditionen ins Verzeichnis aufgenommen worden. Infos zu den Traditionen liefert die 2020 vom Museumsverband M-V und Heimatverband M-V herausgegebene Broschüre „Immaterielles Kulturerbe in Mecklenburg-Vorpommern erleben“.

„Das Immaterielle Kulturerbe steht für Traditionen, die für einen Landstrich und seine Menschen prägend sind. Handwerke, Fähigkeiten, künstlerische Darstellungsformen, die es in dieser Art und Weise nur dort gibt“, sagt Kulturministerin Bettina Martin. „In Mecklenburg-Vorpommern gibt es davon eine ganze Menge, wie zum Beispiel die Zeesboote in der Vorpommerschen Boddenlandschaft, die typischen Holztüren auf Fischland Darß Zingst oder den Martensmann im Nordwesten des Landes.“

2021 ist die Vielfalt des Sagenerzählens in Mecklenburg-Vorpommern als gutes Praxisbeispiel zum Erhalt Immateriellen Kulturerbes als einer von 20 Neueinträgen für die ganze Bundesrepublik dazu gekommen. 

„Sagen wirken glaubwürdig, weil sie an reale Orte geknüpft sind”, schreibt die Deutsche UNESCO-Kommission. In MV würden regionale Gruppen die Tradition lebendig halten. „Insgesamt gibt es 50.000 Sagen in Mecklenburg-Vorpommern. Um sie zu erhalten, wurde das S-A-G-E-N-Programm entwickelt, das auf fünf Säulen beruht: Sagenwelt überblicken; Akteurinnen und Akteure kennen; Gesellschaftsstruktur beachten; Erhalten von Kultur und Natur; Neue Medien nutzen.”

Hintergrund zu den Formen des Sagenerzählens - hier

Das CRYPTONEUM Legenden-Museum stellt Sagen aus MV vor - hier

Die Sagen-und Märchenstraße Mecklenburg-Vorpommerns - hier

Begründung: „Das Sagenerzählen aktuell zu halten, bedeutet heute auch, Geschichten mit modernen Mitteln zu erzählen. In sozialen Medien werden jüngere Zielgruppen erreicht und an die Sagenwelt herangeführt. Das CRYPTONEUM Legenden-Museum stellt Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern ins Internet und auch ins Geocaching werden Sagen integriert. In Kindergärten und Stadtbibiliotheken weckt das Projekt „Heimatschatzkiste“ des Heimatverbandes MV e.V. Interesse für Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern. Darüber hinaus knüpfen die Trägergruppen vermehrt Kontakt zu ähnlichen Initiativen aus dem Ausland.” (Zum Nachlesen - hier)

Aufnahmekriterien

Um ins Bundesweite Verzeichnis aufgenommen zu werden, müssen die Bewerbungen eine Reihe von Kriterien erfüllen. Unter anderem sollen die vorgeschlagenen Kulturformen Identität stiften und Zugehörigkeit vermitteln, aber auch inklusiv und wandlungsfähig sein. Wirtschaftliche Interessen dürfen nicht im Vordergrund stehen. Um die gesamte Vielfalt des kulturellen Lebens in Deutschland abzubilden, sind besonders Vorschläge willkommen, die dem Verzeichnis neue Facetten hinzufügen, etwa aus den Bereichen urbaner oder migrantischer Kultur.

Vorschläge in MV

Bewerbungen müssen bis 30.11.2021 hier eingehen:

Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Abteilung 4 - Kultur

Referat 400 - Kulturelle Grundsatzangelegenheiten

Werderstraße 124

19055 Schwerin

An dem anschließenden mehrstufigen Auswahlverfahren sind die Länder, die Kulturministerkonferenz, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie ein Expertenkomitee der Deutschen UNESCO-Kommission beteiligt. Über Neuaufnahmen in das Bundesweite Verzeichnis wird im Frühjahr 2023 entschieden.

Weitere Informationen

Der Aufruf des Kulturministeriums

Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

Aufnahmeverfahren und Bewerbungsunterlagen

Aufnahmekriterien

FAQ Immaterielles Kulturerbe