Willkommen im Meeresmuseum!
Das Deutsche Meeresmuseum hat den Abschluss der Modernisierung gefeiert – und wie! Am Montag gab's in Stralsund einen Festakt. Zudem bedankte sich die Stiftung Deutsches Meeresmuseum mit tollen Aktionen und freiem Eintritt bei allen Menschen, die sich dem Museum verbunden fühlen.
Das Deutsche Meeresmuseum lud am Vormittag zunächst in die Stralsunder Kulturkirche St. Jakobi unweit des Meeresmuseums zu einem Festakt ein. Die geladenen Gäste wurden mit der bildstarken, von Elektroklängen des Musikers „59 Perlen“ untermalten Performance „CARIBE!“ der Tänzer/innen um Bernardo San Rafael begrüßt. Bei dem eigens für diesen Anlass von dem Tänzer und Meeresbiologen San Rafael kreierten Stück bewegten sich die Künstler/innen inmitten von rund 6000 farbigen Schnürsenkeln, die die tropische Unterwasserwelt versinnbildlichten.
„Sensibler Umgang mit der denkmalgeschützten historischen Bausubstanz“
Der Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer, die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig, Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel und der Oberbürgermeister der Hansestadt Stralsund Alexander Badrow würdigten das Meeresmuseum in ihren Reden als einen über die Region hinausstrahlenden kulturellen Leuchtturm. Andreas Tanschus, Direktor des Deutschen Meeresmuseums, blickt auf das Erreichte zurück: „Eine der großen Herausforderungen für die Architekten Reichel Schlaier und uns war der Balanceakt zwischen dem sensiblen Umgang mit der denkmalgeschützten historischen Bausubstanz im Unesco-Welterbe und modernem, barrierefreiem, nachhaltigem Bauen. Wir sind glücklich, dass uns am Ende eine direkte Verbindung zwischen dem Geist des Ortes und einer zukunftsweisenden Gestaltung gelungen ist.“
Während der fünfjährigen aufwendigen Modernisierung erhielt das Meeresmuseum drei neue Gebäudeteile: Im Westhof entstand ein lichtdurchlässiger Anbau, der vom Foyer zum Eingang im Westportal der Katharinenhalle führt. Ein Glasdach gibt hier den Blick auf die alte Fassade des ehemaligen Dominikanerklosters frei. Ein Neubau mit dem dreistöckigen Großaquarium „Karibisches Riff“ bietet einen beeindruckenden Einstieg in den Aquarienrundgang und ermöglicht einen barrierefreien Übergang in den historischen Gewölbekeller. Das Schildkrötengebäude wurde um ein zusätzliches Geschoss ergänzt.
Gäste konnten die neuen Ausstellungen und modernen Aquarien erkunden
Alle neuen Gebäudeteile erhielten Fassaden aus Kupferblech. Dieses Material erinnert an die Dächer der gotischen Backsteinkirchen in Stralsund. Der Aquarienkeller wurde vollständig entkernt sowie mit neuen Aquarien und modernster, energieeffizienter Technik ausgestattet. Größere Öffnungen in den Ausstellungsebenen schufen Platz für raumhohe Installationen von originalgroßen Modellen von Meerestieren. Luftig erscheinende Vitrinenbänder verstärken die Wirkung der zahlreichen Präparate und Objekte. Gleichzeitig würdigen sie die mittelalterliche Kirchenhalle und machen sie besser erfahrbar. „Multimediale und interaktive Elemente ergänzen klassische Exponate aus unserer Präparation, wodurch wir eine zeitgemäße und erlebnisreiche Vermittlung der Themen rund um das Meer erzielen“, verdeutlicht Prof. Burkard Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums. Er betont: „Besonders wichtig war es für uns, die Faszination für die vielfältigen Lebensräume der tropischen Meere zu wecken.“
Der Standort Meeresmuseum zählt seit fast 75 Jahren zu den wichtigsten kulturellen Einrichtungen in der Hansestadt Stralsund und ist insbesondere bei den Stralsunder/innen beliebt. Aber auch viele Tourist/innen setzen das Museum ganz oben auf die Ausflugsliste für den Ostseeurlaub. Deshalb lud das Museum am Nachmittag und Abend alle Interessierten zu einem kostenlosen Besuch ein. Gäste konnten die neuen Ausstellungen und modernen Aquarien der tropischen Meere erkunden, sich an Aktionsständen über die Architektur, das Thema Meer und seine Bewohner informieren und in stimmungsvoller Atmosphäre mit Musik und Snacks auf dem Nordhof des Museums verweilen.
Die Festredner/innen über das Meeresmuseum
Wolfram Weimer | Staatsminister für Kultur und Medien
„Das Meeresmuseum Stralsund ist ein Leuchtturm der deutschen Kulturlandschaft. Deshalb hat die Bundesregierung die Sanierung und
Erweiterung des Stammhauses sehr gerne mit 25 Millionen Euro unterstützt. Entstanden ist ein echter Besuchermagnet, der weltweit
museale Maßstäbe setzt. Das modernisierte Museum zeigt auf faszinierende und mitreißende Weise nicht nur die Schönheit und
Bedeutung der Ozeane, sondern thematisiert auch eindringlich deren Gefährdung durch Überfischung, Verschmutzung und den Klimawandel. Ich freue mich sehr, dass dieser einzigartige Museumskomplex nun wieder für die breite Öffentlichkeit erlebbar ist. Die historische Altstadt von Stralsund als Unesco-Weltkulturerbe wird durch das neue Meeresmuseum auf ideale Weise ergänzt.“
Manuela Schwesig | Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommern
„Das Meeresmuseum in Stralsund ist etwas ganz Besonderes. Wir blicken zurück in unsere Geschichte und gleichzeitig hinaus in die Welt und auf die Meere. Mit den neuen großen Aquarien ist das Meeresmuseum jetzt noch attraktiver. Gerade für Kinder und Jugendliche ist das Meeresmuseum eine tolle Möglichkeit, Natur zu erleben, zu verstehen und etwas darüber zu lernen, wie wichtig der Schutz der Meere und Ozeane ist. Bund und Land haben die Modernisierung gemeinsam unterstützt. Ich wünsche dem Meeresmuseum weiter viel Erfolg und allen Besucherinnen und Besuchern spannende Einblicke in die Unterwasserwelt.“
Angela Merkel | Bundeskanzlerin a.D.
„In meiner Zeit als Bundeskanzlerin und Bundestagsabgeordnete für Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I habe ich die Entwicklung des Deutschen Meeresmuseums stets mit großem Interesse verfolgt und begleitet. Umso mehr erfüllt es mich mit Freude, dass nun das modernisierte Meeresmuseum – gemeinsam mit dem Ozeaneum – wieder Menschen aus nah und fern begeistert, ihnen das Leben im Meer näherbringt und sie einlädt, diese faszinierende Welt trockenen Fußes in der Hansestadt Stralsund zu entdecken.“
Alexander Badrow | Oberbürgermeister Hansestadt Stralsund
„Nach fast fünf Jahren Bauzeit ist es ein großer Moment, dass uns das Meeresmuseum nun wieder in Gänze offensteht. Ich danke den Stralsunderinnen und Stralsundern sowie unseren Gästen für ihre Geduld während der langen Bauphase. Nur der gemeinsame Schulterschluss von Bund, Land, Stadt und Stiftung hat dieses Projekt überhaupt ermöglicht. Wasser und Welterbe gehören nirgendwo enger zusammen als in Stralsund – und genau das spiegelt sich in diesem Haus, das unsere Geschichte wahrt und gleichzeitig neue Horizonte eröffnet. Wir freuen uns auf viele Besucherinnen und Besucher, die neben den nördlichen Meeren in unserem Ozeaneum nun endlich auch wieder die tropische Karibik und die südlichen Meere im Meeresmuseum bestaunen können.“
Extra
Verdienstorden des Landes für Angela Merkel
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat am Montag Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel in Stralsund mit dem Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet. „Sie haben sich über viele Jahre persönlich für unser Land stark gemacht. Sie waren als Bundestagsabgeordnete und als Bundeskanzlerin eine wertvolle Verbündete des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Ein echter Glücksfall für unser Land“, sagte Manuela Schwesig in ihrer Laudatio.
Eine Vielzahl von Projekten sei im Land durch Merkel maßgeblich vorangebracht worden. Dazu gehöre die Fertigstellung der A 20, der Bau der Rügenbrücke oder das Naturerbezentrum in Prora. Merkel habe sich persönlich für die Universitätsmedizin Greifswald, den Bau des Ozeaneums und die heute abgeschlossene Modernisierung des Meeresmuseums Stralsund eingesetzt, so Schwesig.
Die Ministerpräsidentin würdigte auch das Wirken Merkels als Bundeskanzlerin. Angela Merkel sei die erste Bundeskanzlerin in der Geschichte in der Bundesrepublik Deutschland gewesen und ebenso die erste Person aus Ostdeutschland an der Spitze der Bundesrepublik Deutschland. „Sie haben das alles nie groß in den Mittelpunkt gestellt. Aber Sie haben gezeigt, was geht und was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Frauen können, was Männer auch können. Manchmal sogar besser. Ostdeutsche können, was Westdeutsche auch können. Manchmal sogar besser“, hob die Ministerpräsidentin hervor.
Merkel sei in einer Zeit tiefgreifender Krisen und Phasen voller Umbrüche Kanzlerin gewesen. Die Euro- und Finanzkrise, die Energiewende, die Flüchtlingskrise und die Corona-Pandemie hätten ihre Amtszeit geprägt. „Sie haben Deutschland mit Beharrlichkeit, Geschick und entschlossenem Handeln in schwierigen Zeiten sicher auf Kurs gehalten. Ihre Fähigkeit, zusammenzuführen und komplizierte Herausforderungen pragmatisch anzugehen, haben Ihnen international große Achtung eingebracht. Ihnen und damit auch unserem Land, Deutschland“, sagte Schwesig.









