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22.06.2017

Störtebeker geht's an den Kragen

Mit Adlern, Falken und Bussarden stimmt Berufsfalkner Volker Walter jeden Abend um 18 Uhr auf das Störtebeker Spektakel ein.
Mit einem allabendlichen Feuerwerk über der Naturbühne Ralswiek enden die Aufführungen.
Die Festspielleitung investierte in diesem Jahr unter anderem in neue Pferde.
Eine der vier Koggen wurde auf der Werft in Lauterbach generalüberholt.
Das Bühnenbild wurde für "Im Schatten des Todes" komplett umgebaut.
Seit 1993 entert Störtebeker Jahr für Jahr die Naturbühne Ralswiek und...
...eroberte dabei die Herzen von mehr als sieben Millionen Zuschauern.
22.06.2017

„Die ganze Welt fürchtet sich vor uns und wir wollen, dass es so bleibt", verkündet Klaus Störtebeker in seinem fünften und letzten Abenteuer. „Im Schatten des Todes" feiert am Sonnabend, 24. Juni, Premiere in Ralswiek. Bis 9. September entert der legendäre Seeräuber an sechs Abenden in der Woche die Naturbühne. Zuschauer erleben mit ihm den fünften und letzten Teil der Piraten-Saga. Und des Freibeuters Tod auf dem Hamburger Grasbrock.

25 Jahre besteht Störtebeker nun schon seine Abenteuer. Zum Jubiläum wurde kräftig in die Ausrüstung investiert. In Licht- und Tonanlage. In neue Pferde. In die Instandsetzung einer Kogge. 

Störtebeker, der Evergreen

Seit 1993 erzählen die Störtebeker-Festspiele auf der Naturbühne in Ralswiek die Legende des Seeräubers. Seither hat sich der Freibeuter in die Herzen von mehr als sieben Millionen Zuschauern gespielt.

Zueinander gefunden haben Störtebeker und Ralswiek aber schon Ende der 50er-Jahre. Auf politischen Beschluss hin: Im Oktober 1958 entschieden SED-Funktionäre, die Rügenfestspiele ins Leben zu rufen und darin die Geschichte des Freibeuters zu erzählen. Binnen fünf Monaten wurde am Jasmunder Boddenufer eine Naturbühne aus dem Boden gestampft.

Im August 1959 feierte Kurt Barthels dramatische Ballade „Klaus Störtebeker“ Premiere. Mit 1000 Mitwirkenden! Drei Sommer lang zog der Freibeuter in Ralswiek in den Kampf. Dann lag die Bühne lange brach. Erst 1980 kehrte er zurück. Zumindest für zwei Festspielzeiten.

Die Zeit verging wieder, die Wende kam. Und kurz danach Peter Hick. Dem einstigen Intendanten der Karl-May-Festspiele in Bad Seegeberg ist es zu verdanken, dass Störtebeker heute noch seine Abenteuer in Ralswiek erlebt – und inzwischen eine der erfolgreichsten Open-Air-Inszenierungen Deutschlands ist. Am 18. Juni hat die 24. Saison begonnen.

Prinzip der Aufführung: Die Abenteuer werden über mehrere Jahre verteilt erzählt. Jedes Jahr eine neue Geschichte. Bis Störtebeker stirbt – und die Legende dann von vorn beginnt. Ein großer Vorteil dabei sei, dass es keinen vorgegebenen Roman gebe, sagte Peter Hick einmal in einem Interview. Das schaffe viel Freiraum für Geschichten und Intrigen. „Auf Leben und Tod“ heißt die neue. Sie ist die vierte von fünf Episoden im aktuellen Zyklus. Die Hauptrolle spielt einmal mehr Bastian Semm. Neu an seiner Seite: Marco Bahr alias Störtebekers Widersacher Konrand von Jungingen. Insgesamt machen mehr als 150 Schauspieler und Statisten mit; 30 Pferde und vier Schiffe. Bis zum 9. September entern sie täglich 20 Uhr die Bühne. Außer sonntags. Da ist spielfrei.

Gewusst?

Geschichten ranken sich um Klaus Störtebeker viele. Doch Genaues weiß man nicht viel über ihn. Schon sein Geburtsort ist ein Rätsel. War es Wismar? Oder auf Rügen? Oder ganz woanders? Insgesamt sollen es um die 20 Orte geben, die sich als Geburtsstätte sehen. Auch wann genau er geboren wurde, ist nicht überliefert. Erstmalig belegbar erwähnt, wurde der Name 1380 im Verfestigungsbuch von Wismar. Dort wird ein Nicolao Störtebeker als Opfer einer Schlägerei erwähnt. Die Schläger wurden aus der Stadt verwiesen.