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Darß-Festspiele: Göttin mit Augenbinde

Auf in die neue Saison der Darß-Festspiele: Die Zuschauer erleben 30 Mal die Abenteuer der Heiden von Kummerow, davon viermal up platt. Dazu gibt es Kabarett mit Uwe Steimle, dem Berliner Schmalzstullen-Theater und der Liepziger Pfeffermühle sowie Konzerte mit dem Kinderliedermacher Gerhard Schöne.

Das ganze Programm

Los geht es am Freitag, 21. Juni 2019, um 20 Uhr mit der Premiere des 7. Teils der Heiden von Kummerow „Die Augenbinde der Justitial" - auf Plattdeutsch. Bis zum 23. August erleben Zuschauer auf der Borner Freilicht-Bühne im Norden der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst dann die Heiden-Saga. 

Der Heiden neuster Streich

Und darum geht es: Der Gemeinderat wird von der Vergangenheit eingeholt. Die längst vergessene Geschichte mit dem Kuhhirten Krischan, der 23 Jahre ohne Papiere beschäftigt wurde, kehrt in Form einer möglichen Klage vor dem Kreisgericht zurück. Sogar vom Reichsgerichtshof ist die Rede. Dieser kleine Flecken in Pommern sollte sogar für die höchsten Richter des Deutschen Reiches interessant sein? Aber die Berühmtheit, die Kummerow dadurch erlangen würde, macht dem Gemeinderat um Bauer Trebbin, Pastor Breithaupt und dem Schulzen Wendland Angst. Einzig der bekennende Sozi Gottlieb Grambauer weiß Rat.

Aber wo ist eigentlich der, um den es geht? Krischan Klammbüddel ist verschollen und keiner weiß, wo auf dieser großen weiten Welt dieser Kuhhirte gerade sein Haupt bettet. Klammbüddel ist gewiss auch nicht sein richtiger Name. Heißt er wirklich König, wie er es bei seinem letzten Besuch angegeben hat? Oder IST er gar König - in Afrika? Das alles könnte Unannehmlichkeiten bereiten, wenn das Reichsgericht ihn etwa als Zeugen vorladen will. Wissen die KINDER mehr? Die wollen aber erst einmal erfahren, wieso die Göttin im Gericht in Randemünde eine Augenbinde trägt. Ist sie so nicht zu blind, um den Schuldigen zu finden?

Grundlage für das Stück ist Ehm Welks Roman „Die Heiden von Kummerow“. 

Der Darß und seine Festspiele

Die Festspiele sind seit 2003 eine feste Größe auf dem Darß. Ihren Ursprung haben sie auf Wieck. 2009 zog Intendant Holger Schulze mit ihnen nach Born. Unter dem Festspiel-Motto Theater, Konzerte und Kabarett überlassen die „Heiden von Kummerow“ zwischendurch auch anderen die Bühne: Gerhard Schöne, dem Berliner Schmalzstullentheater, der Leipziger Pfeffermühle und Uwe Steimle.

Das geschah in den ersten Episoden

Die Geschichte dreht sich um den jungen Bauernsohn Martin Grambauer, seine Dorfkumpels und eine echte Glaubensemanzipation.

Aufgewachsen unterhalb des gebildeten Bürgertums steht Martin Grambauer, der zur Zeit der Jahrhundertwende um 1900 sein Lausbubendasein im pommerschen Dorf Kummerow verlebt, noch mit beiden Beinen in seinem Stand und darin verwurzelter Traditionen. Bis zum Tag, an dem der Schüler als Klassenbester vom Pastor des Ortes spontan zum Kirchenjungen ernannt wird.

Ungewöhnlich und gleichwohl irritierend, standen doch bisher Bräuche des Heidentums bei Martin Grambauer, seinen Eltern und Bekannten an erster Stelle. Pastor und Lehrer bemühen sich fortan, ihn und seine Freunde zu gottesfürchtigen und regierungstreuen Bürgern zu erziehen, was immer wieder in Querelen ausartet.

Zentrales Ereignis die Ächtung des Tierquälers Müller Düker, bei dem die Jungen vom Kuhhirten des Dorfes, Krischan, unterstützt werden. Als dieser daraufhin selbst Opfer der Behörden wird, kann auch die Solidarität der Kinder nicht verhindern, dass er die Gemeinde für lange Zeit verlassen muss. Jahre später kehrt der Kuhhirte Krischan mit neuen Papieren zurück.  

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