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Lasst „das Duell” beginnen

Auf in die neue Saison der Darß-Festspiele: Die Zuschauer erleben 30 Mal die Abenteuer der Heiden von Kummerow, davon fünf Mal auf Platt. Dazu gibt es mehrere Jubiläumsinszenierungen, Kabarett mit Uwe Steimle und der „Liepziger Pfeffermühle” sowie Konzerte mit dem Kinderliedermacher Gerhard Schöne und eine Hommage an Udo Jürgens.

Das ganze Programm

Los geht es am Freitag, 29. Juni 2018, um 20 Uhr mit der Premiere des 6. Teils der Heiden von Kummerow „Das Duell" - auf Plattdeutsch. Bis zum 31. August erleben Zuschauer auf der Borner Freilicht-Bühne im Norden der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst dann die Heiden-Saga. 

Der Heiden neuster Streich

Und darum geht es: In Kummerow gibt es alles zwei Mal. Bis zum Dreißigjährigen Krieg gab es zwei Kirchen, zwei Schänken und auch zwei Erntefeste. Und schuld daran sind … die Störche. Der reichste Bauer im Dorf, Wilhelm Trebbin, wartet vergeblich auf einen Erben. Der Storch soll es richten. Soweit klappt das auch ganz gut. Als aber ein zweiter Storch dem Paar das Nest streitig machen will, kommt es zu ein richtiges Duell der beiden Langbeine. Dem Grafen wird es zu bunt und er greift ein. Das wiederum führt zu einem Zerwürfnis mit Wilhelm Trebbin. Er will nicht mehr am gemeinsamen Erntefest teilnehmen und richtet sein eigens aus.

Die Kinder finden es toll. Aber beim Tanzen geraten die Schüler der höheren Schule mit den Dorfschülern aneinander. Besonders schlimm treibt es der „Stettiner“. Aber prügeln ist unter dem Niveau der höheren Schüler. Also muss es ein Duell sein. Aber die Dorfschüler sind nicht satisfaktionsfähig … 

Grundlage für das Stück ist Ehm Welks Roman „Die Heiden von Kummerow“. 

Der Darß und seine Festspiele

Die Festspiele sind seit 2003 eine feste Größe auf dem Darß. Ihren Ursprung haben sie auf Wieck. 2009 ist Intendant Holger Schulze mit ihnen nach Born gezogen. Unter dem Festspiel-Motto Theater, Konzerte und Kabarett überlassen die „Heiden von Kummerow“ zwischendurch auch anderen die Bühne: Gerhard Schöne und der Leipziger Pfeffermühle.

Das geschah in den ersten Episoden

Die Geschichte dreht sich um den jungen Bauernsohn Martin Grambauer, seine Dorfkumpels und eine echte Glaubensemanzipation.

Aufgewachsen unterhalb des gebildeten Bürgertums steht Martin Grambauer, der zur Zeit der Jahrhundertwende um 1900 sein Lausbubendasein im pommerschen Dorf Kummerow verlebt, noch mit beiden Beinen in seinem Stand und darin verwurzelter Traditionen. Bis zum Tag, an dem der Schüler als Klassenbester vom Pastor des Ortes spontan zum Kirchenjungen ernannt wird. Ungewöhnlich und gleichwohl irritierend, standen doch bisher Bräuche des Heidentums bei Martin Grambauer, seinen Eltern und Bekannten an erster Stelle. Pastor und Lehrer bemühen sich fortan, ihn und seine Freunde zu gottesfürchtigen und regierungstreuen Bürgern zu erziehen, was immer wieder in Querelen ausartet. Zentrales Ereignis die Ächtung des Tierquälers Müller Düker, bei dem die Jungen vom Kuhhirten des Dorfes, Krischan, unterstützt werden. Als dieser daraufhin selbst Opfer der Behörden wird, kann auch die Solidarität der Kinder nicht verhindern, dass er die Gemeinde für lange Zeit verlassen muss. Jahre später kehrt der Kuhhirte Krischan mit neuen Papieren zurück. Währenddessen geht im Dorfkrug das Gerücht um, dass der Pastor sein Pfarrhaus für Schäferstündchen zur Verfügung stellt. Doch nach all diesen Verwicklungen wird im Dorfkrug ausgelassen Hochzeit gefeiert. 

Das ist der Theater-Sommer 2018

Wenn der Sommer kommt, dann zieht es auch die Theater ins Freie. An Strände. Vor Schlösser. In Ruinen und Parks. Hier geht's zum Open-Air-Überblick...

Wer ist Ehm Welk?

Im Jahr 1884 wurde Ehm Welk im pommerschen Biesenbrow, einem heutigen Ortsteil von Angermünde, geboren. Bereits im Alter von 16 Jahren verließ er mit dem Abschluss der Dorfschule das heimische Elternhaus in Richtung Stettin, wo er zunächst eine Ausbildung in einer Weingroßhandlung absolvierte. Der kaufmännische Alltag bereitete Welk wenig Freude, weshalb er sich schon bald dem Texten zuwand. Zunächst als Volontär, später als ordentlicher Journalist arbeitete er in den Folgejahren unter anderem für die Stettiner Abendpost, die Stolper Neusten Nachrichten und die Braunschweiger Morgenzeitung. Die Novemberrevolution Ende des Jahres 1918 in seinem neuen Wohnort Braunschweig, welche er hautnah miterlebte, motivierten Ehm Welk Gesehenes und Geschehenes in einem Roman in Worte zufassen. Dem großen Erfolg des Debütromans „Im Morgennebel“ schlossen sich bis zu seinem Tod im Jahre 1966 in Bad Doberan bei Rostock rund 25 weitere Werke an. In Romanen und Drehbüchern wie „Der Nachtmann“, „Die wundersame Freundschaft“ oder eben „Die Heiden von Kummerow“ ließ Welk eigene Erfahrungen und Begegnungen seines Lebens Revue passieren, prangerte Missstände an und spiegelte Probleme der modernen Gesellschaft auf heitere Art und Weise wieder.