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NSU-Terror als Thema im Volkstheater

„Kein Schlussstrich.” Unter diesem Motto setzt sich das Rostocker Volkstheater mit dem Terror des NSU auseinander. Los geht's am Donnerstag. 

Das Theater sei Teil einer bundesweiten Kampagne, so Intendant Ralph Reichel. Das Projekt werde bis 7. November dauern. Zu den Vorhaben, mit denen das Volkstheater in den Dialog mit den Rostockern kommen will, zählen u.a. ein Spaziergang am Tatort des Mordes an Mehmet Turgut, der 2004 im Stadtteil Toitenwinkel erschossen wurde. Im Stadtteilzentrum spielt auch die Tanzcompagnie der Volkstheaters. Inhalt der Uraufführung von „Life Letter 2” sind Erzählungen von Migrantinnen. Die Mitteilungen der Frauen werden in Bewegung umgesetzt, so Dramaturg Arne Bloch. Es handele sich um einen Hybrid aus Tanz und Video.

Ein Großprojekt sei das Manifest(o) des Komponisten Marc Sinan, sagte Bloch. Es vereine sieben Aufführungen an Schlüsselorten der NSU-Taten. Dabei soll aus einzelnen Stimmen das Oratorium entstehen. Der Rostocker Teil der Aufführung, bei dem Jugendliche direkt beteiligt sind, trägt den Titel „Die Anwesenheit der Menschen”.

Mit Inszenierungen, Ausstellungen und musikalischen Aktionen im öffentlichen Raum, Lesungen, Diskussionen und Workshops bringt Kein Schlussstrich! die Perspektiven der Betroffenen in den Fokus der Öffentlichkeit und stellt die notwendige Aufmerksamkeit für die Auseinandersetzung mit dem institutionellen und strukturellen Rassismus in unserer Gesellschaft her.

Der NSU wird in Deutschland für zehn Morde von 2000 bis 2007 verantwortlich gemacht. Im November 2011 waren die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt tot gefunden wurden. Im Anschluss daran wurde die Mordserie bekannt.

Infos zum Programm: www.volkstheater-rostock.de