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Lasst die Darß-Festspiele beginnen

Ihre 15. Saison feiern die Darß-Festspiele mit ihrem größten Programm der vergangenen Spielzeiten. So erleben die Zuschauer 30 Mal die Abenteuer der Heiden von Kummerow, davon fünf Mal auf Platt. Dazu gibt es mehrere Jubiläumsinszenierungen, das Kabarett-Ensamble „Liepziger Pfeffermühle” und ein Konzert mit dem Kinderliedermacher Gerhard Schöne.

Alles beginnt mit „Dat Best"

Los geht es heute um 20 Uhr mit der plattdeutschen Version der Kompilation aus den besten, humorvollsten und spannendsten Momenten der vergangenen vier Heiden-Episoden auf die Borner Freilicht-Bühne im Norden der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Neben szenischen Höhepunkten erwarten Zuschauer ein buntes Feuerwerk aus Pointen, aber auch Anekdoten, Geschichten aus der Probenarbeit und den mehr als hundert Aufführungen des Stückes.

Am 29. Juli um 18 Uhr und am 17. August um 20 Uhr wird die Jubiläumsaufführung jeweils auf hochdeutsch gezeigt. Zum letzten Mal gibt es am 31. August um 20 Uhr die Möglichkeit, die einzigartige Best-of-Show zu sehen (plattdeutsch). 

Der Heiden fünfter Teil

Im fünften Teil der "Heiden von Kummerow" kehrt der Kuhhirte Krischan mit neuen Papieren zurück ins kleine pommersche Örtchen Kummerow. Mit der Absicht alsbald zu heiraten, wendet er sich an den Pastor und bittet ihn um Unterstützung. Im Glauben auf ewig allein bleiben zu müssen, klagt Krischan sein Leid den Dorfkindern. Währenddessen geht im Dorfkrug das Gerücht um, dass der Pastor sein Pfarrhaus für Schäferstündchen zur Verfügung stellt, was wiederum den Dorfgendarmen und Superintendanten Sanftleben auf den Plan ruft. Doch nach all diesen Verwicklungen löst sich alles in Wohlgefallen auf und im Dorfkrug wird ausgelassen Hochzeit gefeiert. 

Grundlage für das Stück, das vom 30. Juni bis zum 1. September 2017 auf der Freilichtbühne in Born die Zuschauer wahlweise up platt und auf Hochdeutsch unterhält, ist Ehm Welks Roman „Die Heiden von Kummerow“. „Krischan und die gekaufte Braut“ ist die fünfte Inszenierung dazu – und die zweite, in der die Zuschauerränge überdacht sind.

Der Darß und seine Festspiele

Die Festspiele sind seit 2003 eine feste Größe auf dem Darß. Ihren Ursprung haben sie auf Wieck. 2009 ist Intendant Holger Schulze mit ihnen nach Born gezogen. Unter dem Festspiel-Motto Theater, Konzerte und Kabarett überlassen die „Heiden von Kummerow“ zwischendurch auch anderen die Bühne: Gerhard Schöne und der Leipziger Pfeffermühle.

Das geschah in den ersten vier Episoden

Die Geschichte dreht sich um den jungen Bauernsohn Martin Grambauer, seine Dorfkumpels und eine echte Glaubensemanzipation.

Aufgewachsen unterhalb des gebildeten Bürgertums steht Martin Grambauer, der zur Zeit der Jahrhundertwende um 1900 sein Lausbubendasein im pommerschen Dorf Kummerow verlebt, noch mit beiden Beinen in seinem Stand und darin verwurzelter Traditionen. Bis zum Tag, an dem der Schüler als Klassenbester vom Pastor des Ortes spontan zum Kirchenjungen ernannt wird. Ungewöhnlich und gleichwohl irritierend, standen doch bisher Bräuche des Heidentums bei Martin Grambauer, seinen Eltern und Bekannten an erster Stelle. Pastor und Lehrer bemühen sich fortan, ihn und seine Freunde zu gottesfürchtigen und regierungstreuen Bürgern zu erziehen, was immer wieder in Querelen ausartet. Zentrales Ereignis die Ächtung des Tierquälers Müller Düker, bei dem die Jungen vom Kuhhirten des Dorfes, Krischan, unterstützt werden. Als dieser daraufhin selbst Opfer der Behörden wird, kann auch die Solidarität der Kinder nicht verhindern, dass er die Gemeinde für lange Zeit verlassen muss. 

Ein Blick hinter die Kulissen

Wer ist Ehm Welk?

Im Jahr 1884 wurde Ehm Welk im pommerschen Biesenbrow, einem heutigen Ortsteil von Angermünde, geboren. Bereits im Alter von 16 Jahren verließ er mit dem Abschluss der Dorfschule das heimische Elternhaus in Richtung Stettin, wo er zunächst eine Ausbildung in einer Weingroßhandlung absolvierte. Der kaufmännische Alltag bereitete Welk wenig Freude, weshalb er sich schon bald dem Texten zuwand. Zunächst als Volontär, später als ordentlicher Journalist arbeitete er in den Folgejahren unter anderem für die Stettiner Abendpost, die Stolper Neusten Nachrichten und die Braunschweiger Morgenzeitung. Die Novemberrevolution Ende des Jahres 1918 in seinem neuen Wohnort Braunschweig, welche er hautnah miterlebte, motivierten Ehm Welk Gesehenes und Geschehenes in einem Roman in Worte zufassen. Dem großen Erfolg des Debütromans „Im Morgennebel“ schlossen sich bis zu seinem Tod im Jahre 1966 in Bad Doberan bei Rostock rund 25 weitere Werke an. In Romanen und Drehbüchern wie „Der Nachtmann“, „Die wundersame Freundschaft“ oder eben „Die Heiden von Kummerow“ ließ Welk eigene Erfahrungen und Begegnungen seines Lebens Revue passieren, prangerte Missstände an und spiegelte Probleme der modernen Gesellschaft auf heitere Art und Weise wieder. 

Gerhard Schöne: Familienkonzert „Alles muss klein beginnen“

Mit Gerhard Schöne kommt einer der bekanntesten und produktivsten Liedermacher aus dem Osten Deutschlands auf den Darß. Bereits im Alter von elf Jahren begann die unvergleichliche Musiker-Karriere des gebürtigen Sachsen, der vor allem in der 80er- und 90er-Jahren mit Hits wie „Wein für morgen“, „Das böse Baby“ oder „Der Popel“ zu großer Popularität vor allem unter den Jüngeren fand. Am 9. Juli um 17 Uhr sind Groß und Klein gleichermaßen herzlich willkommen zum großen Familienkonzert mit Gerhard Schöne auf der Freilichtbühne in Born. 

Die Leipziger Pfeffermühle: „Drei Engel für Deutschland – Teil 2“

Bekannt aus Funk und Fernsehen begeistert die Leipziger Pfeffermühle seit vielen Jahren mit politischem und gesellschaftskritischem Witz Zuschauer in Ost und West. Dabei gilt das kleine Ensemble aus der sächsischen Metropole als eines der besten Kabaretts in ganz Deutschland, wenn man zumindest dem Altmeister der Kunst, Dieter Hildebrandt, glaubt. Mit ihrem neuen Programm „Drei Engel für Deutschland – Teil 2“ und Überlegungen zur „Herausforderung Deutschland“ sind sie wieder zu Gast auf der Freilichtbühne Born – am 20. Juli um 20 Uhr.