Karte öffnen

Alternative Kunst aus der DDR

Staatlich reglementierte Politik und alternative Kunst – eine neue Ausstellung gibt Einblicke in die Kunstszene der letzten Jahre in der DDR. Das Kulturhaus Mestlin eröffnet am Sonnabend das „Kunstprojekt 1990".

Das „Kunstprojekt 1990" konfrontiert das architektonische Sinnbild einer staatlich reglementierten Politik mit alternativer Kunst. Kein kunstwissenschaftlich abwägender Blick sondern eine zutiefst subjektive künstlerische Interpretation der letzten Jahre der DDR ist das Thema der Ausstellung. Kurator ist der in Plüschow lebende bildende Künstler Udo Rathke, der als Kunststudent in Berlin und als junger Künstler in Mecklenburg den Wandel der Kunstszene damals miterlebte.

Zum Ende der achtziger Jahre war vielen Künstlern nicht mehr an einem Konsens mit den sozialistischen Verhältnissen und ihren Vertretern gelegen. Sie wandten sich ab von jeder Art staatlicher Reglementierung und ignorierten die offiziell vorgegebenen Modelle. Künstlerische Produktion wurde identitätsstiftend. Die Künstler nutzten die zunehmende Unsicherheit des Staates und die sich dadurch öffnenden Freiräume. Innerhalb, mittels oder gegen staatliche Strukturen entstanden Netzwerke, die eine völlig neue Art der Kreativität erlaubten.

Künstler und Schau

Udo Rathke wählte für sein künstlerisches Zeitpanorama Künstlerinnen und Künstler aus, die im Gesamtgefüge von staatlicher Bevormundung der DDR und individueller Beharrlichkeit durch eine stringente künstlerische und menschliche Selbstbehauptung in der „bleiernen Zeit“ hervortraten. Ergänzt wird diese individuelle Sicht mit einer Zeitdokumentation auf großformatigen Text-Bild-Layouts auf denen chronologisch von 1972 bis 1991 Ereignisse der alternativen Kunstszene Ereignissen der offiziellen Kulturpolitik gegenübergestellt werden. Ein Klangraum im großen Saal wird eine subkulturelle punkige Club-Atmosphäre vermitteln.Im Ausstellungszeitraum sind mehrere Veranstaltungen geplant, die durch einen Blick auf 1990 einen Ausblick nach vorn provozieren wollen.

Unterstützt wird die Schau von durch den Landkreis Ludwigslust-Parchim, die Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern und die Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern.