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Die kleine Kabinettausstellung umfasst zwölf Werke von Künstlern wie Ludolf Backhuysen, Pieter Saenredam, Herman Saftleven, Abraham Bloteling und Reinier Nooms (genannt Zeeman).
11.01.2018

Komm, wir fahren nach Amsterdam

11.01.2018

Sie denken an einen Song von Cora? Wir an einen Besuch im Museum…

Die Singel. Ein Blick über den Ij-Strom. Das Antoniustor. Bedächtig läuft Christoph Müller von Rahmen zu Rahmen. Seine Erinnerung lächelt. Christoph Müller ist Sammler. Kunstsammler. Über lange Zeit hatten es ihm die Niederländer angetan. Bis der Berliner sie verschenkte. Unter anderem nach Schwerin. 2013 sind es 155 Altmeistergemälde, sein „Kosmos der Niederländer“. Vier Jahre später 228 Druckgraphiken aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.

Zwölf der Druckgraphiken hat das Staatliche Museum jetzt für eine Kabinettausstellung aus dem Depot geholt. Doch wonach gehen, wenn die Auswahl so groß ist? Kurator Dr. Gero Seelig entschied sich für Orte und Ereignisse, wählte Veduten, also wirklichkeitsgetreue Darstellungen, von Orten und Interieurs aus, sowie Stadtpläne und Landkarten. „Wir haben uns daran gewöhnt, dass die holländische Bilderwelt zum großen Teil erfundene Szenen zeigt, mal der Bibel, der Mythologie und der Geschichte entnommen, öfter noch dem alltäglichen Leben der Menschen. Umso interessanter ist, dass ein großer Teil der damals produzierten Druckgraphik sich der Darstellung tatsächlicher Orte und Ereignisse widmet“, heißt es im Begleittext zur Ausstellung.

12 aus 228 – ist das nicht ein bisschen wenig für eine Ausstellung? Mitnichten, findet Christoph Müller. Auf jedem der Bilder gebe es so viele Details zu entdecken, dafür brauche der Blick seine Zeit.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 15. April. Weitere Blätter aus der Sammlung sollen in den kommenden Jahren in loser Folge gezeigt werden.

Und Christoph Müller? Er blickt sich zum Abschied noch einmal zu „seinen“ Bildern um – und sammelt jetzt Dänen.

Christoph Müller (l.) zeigt Museumsleiter Dr. Dirk Blübaum sein Lieblingsbild: Der Atlantik vor der Küste Afrikas von Frederick de Wit.
Christoph Müller hat dem Staatlichen Museum im vergangenen Jahr 228 niederländische Druckgraphiken geschenkt. Das ist der größte Zugang für die Grafiksammlung des Museums seit 1818.
Das druckgraphische Schaffen von Pieter Saenredam zählt lediglich drei Radierungen. Eine davon hängt nun in Schwerin: Schloss Assumburg (1628).
Christoph Müller im Gespräch mit Kurator Dr. Gero Seelig (r.)

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