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Dezernat 5: Tranformation der Meldestelle

Tino Bittner ist der jüngste des Künstlertrios. Seine Arbeiten wie "Handumdrehen" fordern den Betrachter oft zu einem Perspektivenwechsel auf.
Udo Dettmann konfrontiert den Betrachter seiner Arbeiten mit unterschiedlichen kleineren und größeren Irritationen. Im Bild zu sehen mit einem Teil seiner "Höllenmaschine".
Ein Löwe erklimmt die Hauswand des Derzernat5, weist auf die Herbstausstellung "Parallaxe" und die Spendenaktion „Leomanie“ des Schweriner Zoos hin.

Erst Meldestelle der DDR. Dann städtisches Ordnungsamt des Dezernats 4. Jetzt Galerie eines Künstlertrios. „Der Name Dezernat5 steht für die Transformation des Hauses. Quasi eine Fortsetzung", sagt Udo Dettmann. Der Videokünstler betreibt zusammen mit Tino Bittner und Thomas Sander die Produzentengalerie in der Franz-Mehring-Straße gleich gegenüber der Schweriner Paulskirche. Ihre aktuelle Ausstellung: "Parallaxe". 

Mit leicht erhobenem Blick sieht der Betrachter eine Frau, die direkt über ihm einen großen roten Knopf drückt. Was dann passiert, erfahren Besucher der Ausstellung "Parallaxe". Kunst sehen, erleben und verstehen - dazu laden 20 Arbeiten des Künstlertrios bis zum 11. November ein. Genauso wie die Skulptur "Handumdrehen" von Tino Bittner. Sie erschließt sich dem Betrachter erst beim Umrunden. Und Hände spielen auch bei Thomas Sander eine große Rolle.

Träger Kunst- und Kulturpreis 2016

So verbinden Bewegung und Wahrnehmung die Arbeiten der drei Einzelkünstler genauso wie die Produzentengalerie selbst. Erfolgreich! Unter dem Label Dezernat5 zeigt das Dreigestirn eigene Projekte wie die Schau "Parallaxe", Fremdausstellungen zeitgenössischer Kunst und Expositionen in anderen europäischen Ländern wie Schweden und Italien. 

Im Kunstforum Pampin ist das Dezernat5 seit Kurzem auch dauerhaft vertreten. Zeitlich begrenzt sind dagegen die Expositionen in Schwerin zu sehen - oft verknüpft mit regionalen und überregionalen Aktionen wie der Kunstnacht, der Literaturnacht, dem Filmfest MV oder Kunst Heute. 

Für ihr Engagement erhielt das Trio 2016 dann auch den Kunst- und Kulturpreis der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und der Landeshauptstadt Schwerin.

Eine Galerie - drei Einzelkünstler

Angefangen hatten die drei Künstler übrigens im Jahr 2010 "mit einer Protestaktion", wie Udo Dettmann sagt. Diese richtete sich gegen die Privatisierung Schweriner Kulturorte. "Zu Beginn waren wir noch zehn Künstler. Übrig geblieben sind wir drei", erzählt er weiter. "Auch wenn die Galerie unser gemeinsames Projekt ist, verstehen wir uns weiterhin als Einzelkünstler mit eigenen Projekten und Ausstellungen." 

Die Galerie befindet sich gegenüber der Schweriner Paulskirche.

Dezernat5: Adresse und Öffnungszeiten

Dezernat5 - Galerie für aktuelle Kunst Schwerin

Franz-Mehring-Str. 11
19053 Schwerin
Termine nach Vereinbarung 

Telefon: 0162 98 45 497
E-Mail: galerie@remove-this.dezernat5.de

Zu Besuch bei Udo Dettmann

Jedes Jahr kauft Mecklenburg-Vorpommern Arbeiten von bedeutenden Künstlern des Landes für die Kunstsammlung auf. Kultur-MV hat die Ankäufe 2017 begleitet und stellt alle acht Künstler in ihren Ateliers vor. So wie Udo Dettmann. Er ist ein Virtuose der Alltagsbeobachtungen. Seine Instrumente: Grafik und Videokunst. Hintersinniger Humor ist sein stetiger Begleiter. Er liebt es, Menschen mit sich selbst zu konfrontieren. Weiterlesen

Aktuelle Ausstellung "Parallaxe"

Als Träger des Schweriner Kunst- und Kulturpreises 2016 zeigt die Produzenten-Galerie Dezernat5 bis 11. November die Ausstellung "Parallaxe". In der Franz-Mehring-Straße 11 stellt das Künstler-Trio Tino Bittner, Udo Dettmann und Thomas Sander 20 aktuelle Arbeiten aus. 

Die Parallaxe (altgriechisch: „Veränderung, Hin- und Herbewegen“) dient dabei als Metapher für die Art der Künstler, mit Wahrnehmungsgewohnheiten zu spielen und die Besucher ihrer Ausstellungen zu eigenen Reflexionen herauszufordern.

"Alle Drei spielen mit der Dehnung der Zeit durch Streckungs- und Verzögerungseffekte. Sie setzen der Hektik unserer Zeit die zeitlupenhafte Verlangsamung und den Impuls zum Verweilen und zum genaueren Hinschauen entgegen", so Prof. Wolfgang Vogt vom Kunstforum Pampin über die Künstler.

Gerade die in den Arbeiten erzeugten optischen und gedanklichen Brechungen und Verschiebungen sind es, die über mediale Grenzen hinweg die verbindende ästhetische und inhaltliche Herangehensweise der Künstler zeigen. 

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Freitag 15 bis 19 Uhr
Samstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr