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Kunstsammlung zeigt Werke aus DDR-Zeit

40 Jahre Kunstsammlung Neubrandenburg. Wie das gefeiert wird? Mit zwei Ausstellungen. „Unsere Wurzeln. Kunst aus DDR-Zeit” und „Kunst aus DDR-Zeit aus dem Museum Utopie und Alltag“. Beide werden bis 20. November gezeigt.

Die Neubrandenburger Kunstsammlung stellt Werke aus ihrem seit 1982 gesammelten Bestand aus. Allein knapp 3.400 Arbeiten sind während der DDR-Zeit entstanden und bilden das Fundament der Sammlung. Alle Entwicklungsphasen ostdeutscher Kunst können verdeutlicht werden: „Verarbeitung der Kriegserlebnisse; gesellschaftlicher Optimismus und Einfluss der Bitterfelder Konferenz 1959; eine verstärkt ab den 1970er Jahren einsetzende Desillusionierung, Frustration und Gesellschaftskritik, verbunden mit einem zunehmenden künstlerischen Autonomiebestreben jenseits des verordneten sozialistischen Realismus, insbesondere von jungen Künstlern und Künstlerinnen”, heißt es in der Beschreibung. Die Bestandsausstellung solle anhand exemplarischer Kunstwerke die verschiedenen Phasen von Kunst der DDR-Zeit und damit auch von damaligen Lebenswirklichkeiten abbilden.

Die seit 1982 bestehende Kunstsammlung Neubrandenburg ist das jüngste der vier neugegründeten Kunstmuseen in der DDR. 2022 begeht sie ihr 40. Jubiläum.

Parallel zur Bestandsausstellung richtet die Kunstsammlung die Ausstellung „Kunst aus DDR-Zeit aus dem Museum Utopie und Alltag“, Bestand Beeskow, im Foyer des Haus der Kultur und Bildung (HKB) aus. Vor 1989 im Besitz von Parteien, Massenorganisationen und staatlichen Einrichtungen der DDR, gehören die Arbeiten heute den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Beide Ausstellungen sind integriert in das von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Neubrandenburger Sparkasse geförderte Projekt „Drinnen und Draußen. Kunst im Norden der DDR“.

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Hintergrund

In Neubrandenburg wird noch bis Donnerstag über den Umgang mit Kunst aus der DDR-Zeit diskutiert. Die 70 Teilnehmer/innen kommen aus Kommunen, dem Denkmalschutz, aus Museen, Kultureinrichtungen und der Architektur.

Ziel der dreitägigen Veranstaltung ist es, nach der historischen Distanz zu einem differenzierteren Umgang mit Kunst aus der DDR und Baudenkmälern aus der sozialistischen Zeit zu gelangen. Das Projekt wird unter anderem vom Land MV und der Ostdeutschen Sparkassenstiftung unterstützt.

„Kunstwerke aus der Zeit der DDR, ob in Sammlungen oder im öffentlichen Raum, sind Teil der jüngeren Kulturgeschichte des Landes. Es ist wichtig, den Kunstbestand aus der Zeit der DDR zu bewahren, ihn wissenschaftlich aufzuarbeiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei ist ein vorsichtiger Umgang notwendig. Es ist zu unterscheiden zwischen offizieller Staats- oder Auftragskunst und den vielfältigen Entwicklungen im Land, die zum Teil auch gegenläufig oder subversiv waren“, sagt Kulturministerin Bettina Martin. 

Es sei höchste Zeit, sich um die Arbeiten zu kümmern, denn nach 30 Jahren hätten viele Kunstwerke im Freien, wie Giebel an Hochhäusern, großen Instandhaltungsbedarf, sagt die Landeskonservatorin von MV, Ramona Dornbusch. Einige Kunstwerke seien bei Wärmedämmungen und anderen Umbaumaßnahmen verschwunden. Die letzte Erfassung stamme vom Anfang der 1990er Jahre und sei nicht vollständig.